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lebendig

In meinen Texten verbinde ich Gelesenes mit Entdecktem: wie Brillen ziehe ich Werke aus Philosophie, Soziologie und Naturwissenschaften an, um mich von der Vielfalt der Mitwelt verzaubern zu lassen und Räume für eigene und fremde Gedanken zu öffnen. Mein erstes Buch "weltverbunden" erscheint im Juni 2026 im oekom Verlag. Ich schreibe Essays, Reportagen, Kurzgeschichten und Gedichte und versuche immer mal wieder, einen Roman zu Ende zu erzählen. 

 

Während mehr als 25 Jahren arbeitete ich als Führungskraft in Organisationen, Unternehmen und in der Verwaltung. Heute gestalte ich Partizipationsprozesse und leite berufliche Weiterbildungen zu Leadership und Storytelling an der sanu. Mein Lebenszentrum ist Biel, hier arbeite und politisiere ich. Weitere Informationen zur beruflichen Vita auf Linkedin.

Kathrin Schlup

© Magali Lehmann

Kontakt:

Wohnort: 2502 Biel/Bienne

E-Mail: kathrin.schlup(at)gmx.net

schreibend

Risse und Spalten, Schnittstellen, Übergänge und Vermischungen aller Art interessieren mich besonders. Dort entsteht Neues, dort ist es lebendig. 

schreibend

weltverbunden

Wir haben uns daran gewöhnt, die Welt zu konsumieren. Als wäre sie ein Warenhaus, sichern wir uns so viele Ressourcen wie möglich. Doch können wir mit dieser Haltung Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit finden? Lassen sich Klimakrise und Biodiversitätsverlust überhaupt in diesem Rahmen fassen? Es scheint nicht so. Vielmehr brtaucht es neue Ansätze - eine andere Beziehung zur Welt, die Regeneration und gegenseitige Abhängigkeit ins Zentrum stellt.

Wo kann ein Bach seine Anliegen eingeben? Wer spricht in einem Zoöp-Unternehmen für die Natur – und wer hört zu? Wie verändert die Wissenschaft unser Bild von Pflanzen? Und welche Rolle spielt die Kunst für unsere Beziehung mit dem Lebendigen? 

 

An einem Bach, in einem Garten, im Bundeshaus, auf einer Alp und in virtuellen Welten habe ich Menschen und Organisationen besucht, die sich mit unserer Welt auseinandersetzen. Ich porträtiere in weltverbunden Initiativen aus Wissenschaft, Politik, Therapie, Management, Spielentwicklung und Jurisprudenz, die versuchen, der anders-als-menschlichen Welt auf Augenhöhe zu begegnen. Sie sollen einladen, selbst neue Rollen einzunehmen und die Welt aktiv mitzugestalten. 

weltverbunden

Aus dem Text:

«Fortschritt verspricht heute oft Unabhängigkeit und Individualität, die wir mit Freiheit gleichsetzen. Wenn wir uns aber bewusst sind, dass es das Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure braucht, um unsere Lebensgrundlagen zu sichern, bekommt Freiheit eine neue Bedeutung. In diesem Verständnis entsteht Freiheit gerade durch die Abhängigkeit von unserer menschlichen und anders-als-menschlichen Mitwelt. Nur wenn diese Beziehungen gesund und partnerschaftlich gestaltet werden, können wir uns – und künftige Generation sich – frei entwickeln. Diese Freiheit ist eine handfeste, lebenswichtige Realität, geschaffen von Menschen und anderen, sie entsteht nicht in uns selbst, sondern in Verbindung mit der Welt.» 

«In der Landschaft, im Hier und Jetzt des Lebens, fassen wir Mut für ungewöhnliche Lösungen. An der Önz wäre eine Renaturierung, die mit dem Bagger ausgeführt wird, ein teures Projekt. Die Regeneration dieses Bachabschnitts, bei der Biber als treibende Kraft agieren, kostet den Staat langfristig weniger, und sie lässt den Landwirten Spielraum, auf die resultierende Dynamik mit angepassten Handlungen zu antworten. Durch Ausprobieren, Beobachten und Reagieren wurden an der Önz Menschen wie Biber und Bachforellen zu Beteiligten, sie sind mehr als nur von einem Pilotprojekt Betroffene. Die Grenzen zwischen dem Wasser, dem Kiesbett, den wilden Bewohnerinnen und Bewohnern und den Menschen verschwimmen: Zusammen gehören sie alle zum Fluss, denn dieser prägt weit über sein Bett hinaus die Landschaft mitsamt den Lebensweisen darin.» 

Banntag

Banntag ist ein Romanprojekt, an dem ich seit 2023 arbeite. Nach einer grossen Flut ist die Welt von Lucie, Noa und Helga zweigeteilt: unten der braune Staub, der langsam wieder zum Leben erwacht, oben die grünen Höhen, in deren Enge sich Menschen und andere zurückgezogen haben. 

Aus den Textentwürfen:

«Du gehörst nicht mehr dazu», sagte der Fuchs. 

Den Rücken ans Kreuz gelehnt, sass Lucie auf dem östlichen Gipfel des Spitzbergs und blinzelte in den bleichen Morgenhimmel. Unter ihr breitete das Mittelland sein staubiges Braun aus, im Norden erwachten die grünen Jurahöhen mit der aufgehenden Sonne. Zwei Welten. 

«Endlich allein.» 

«Du bist mitten in der Nacht weggelaufen, und jetzt gehörst du nicht mehr zu den anderen.» Wiederholte der Fuchs gelangweilt. «Weisst du überhaupt, wo du bist?» 

Lucie wusste genau, wo sie war. Sie kannte hier oben jeden Pfad und jeden Hügel. Die letzten vier Sommer hatte sie auf dem Spitzberg das Vieh gehütet. Und trotzdem war ihr grad nicht klar, wohin sie gehen sollte. Wenn sie an gestern Abend dachte, wurde ihr schlecht. Angefangen hatte es wie immer: sie waren ums Feuer gesessen, alle Spitzbergler, und sie hatten Noas Worten gelauscht, wie immer am Vorabend des Banntags. «Erinnert euch an den Regen, vor der grossen Flut.» Seiner tragenden Stimme konnte auch sie sich nicht entziehen. 

«Nach dem trockenen Sommer waren wir alle erleichtert. Wir genossen es, drinnen zu sein, im Haus. Endlich aufräumen, Steuererklärung ausfüllen, Mails beantworten. Nicht noch eine Wanderung, noch eine Velotour ausdenken.» Sie kannte jedes Wort auswendig, jedes Jahr leierte er denselben Quatsch. Verkackte Heldengeschichten. Zuerst wird alles zerstört, was die Menschen lieben, dann zieht einer aus, die anderen folgen, sie retten die Welt, zumindest für sich selbst. Dazwischen Zerstörung und Schuld und Trauer. Hatte nichts mit ihr zu tun, und bestimmte doch alles, was sie tat. 

Der Fuchs sass immer noch da und gähnte. Es war eigentlich eine Füchsin, mit dichtem, glänzendem Fell.  Und doch; so zutraulich? War hoffentlich nicht krank. Frass bestimmt zwischendurch auch Scheisse.

ältere Texte

Frühere Gedichte, Essays und Kurzgeschichten sind hier festgehalten: Sudel.dok.

sprechend

sprechend

Auf Einladung spreche ich gerne auch vor Publikum über die Themen meiner Texte und Recherchen, wie zum Beispiel an der Jahrestagung 2026 des OE-Forum in Flüeli-Ranft. 

«Regeneration ist Erneuerung, und Erneuerung heisst nicht nur Wiedererzeugung, sondern auch, dass Neues in die Welt kommt. Neues – das bedeutet für uns Menschen Fortschritt. Fortschritt wird heute von vielen rein technologisch verstanden, er ist aber nicht darauf beschränkt: neue Formen der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens nennen wir soziale Innovation, auch sie gehört zum Fortschritt. Soziale Innovation hat eine positive Wirkung auf die Gesellschaft zum Ziel, sie will die Lebensqualität und soziale Beziehungen verbessern, auch Machtbeziehungen verändern. Soziale Innovation ist eine wichtige Ergänzung der technologischen Innovation: zusammen wird der Fortschritt «menschlicher», man kann sich in ihrem Rahmen für Anliegen einsetzen, die weit über das «technisch Machbare» hinausgehen. Aber ein Fortschritt, der die Menschen alleine ins Zentrum stellt, kappt lebensnotwendige Verbindungen. Er übersieht Tatsachen und Wahrheiten, die über die Instrumentalisierung der fremd und wild gewordenen Natur hinausgehen. Wenn wir die Idee der sozialen Innovation auch auf andere Lebewesen und Systeme ausdehnen und uns mit ihnen als Gesellschaft verstehen – dann nähern wir uns einer regenerativen Teilhabe an. Und darin liegt eine grosse Hoffnung: nämlich dass wir Wege finden, um Schäden zu mindern, sie in Zukunft zu vermeiden, und in einer sich stark verändernden Umwelt zu leben. In dieser regenerativen Perspektive ist die Natur kein schutzbedürftiges Opfer, sondern wir sind diejenigen, die in, von und mit der Natur leben.» 

unterwegs

unterwegs

Nächste Lesungen:

Dienstag, 6. Oktober 2026, Kaiserhaus Bern, 19h00

Marcel Hänggi und Kathrin Schlup lesen aus ihren Büchern „Das Schöne, das verloren geht“ (oekom verlag) und „weltverbunden - Impulse für das Zusammenleben von Mensch und Natur“ (Rotpunktverlag).

Anschliessend offene Diskussion und Apero riche.

Weitere Infos folgen!

Buchvernissage weltverbunden

Am Sonntag, 31. Mai 2026 fand in Biel die Buchvernissage statt.

Ein klangvolles Zusammenspiel von Text (Kathrin Schlup) und Musik (Christian Müller) moderiert von Regina Dürig. Was für eine Freude!

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